Exkursion – Fotografieren im Kalkwerk H. Oetelshofen GmbH & Co. KG

„Alles in Deckung!“

Als es mit der Erziehung meiner Mutter und mir nicht so recht klappte, prophezeite sie mir einen aussichtsreichen, lukrativen Job im Steinbruch. Mit Steine kloppen. Das war für mich ein wichtiger Grund, nun doch endlich mal so einen Steinbruch richtig kennenzulernen. Der Wunsch einer solchen Besichtigung war bei vielen anderen Fotofreunden ebenfalls vorhanden, so dass wir in mehreren Gruppen die Kalkwerke Oetelshofen an Samstagen bzw. Sonntagen heimsuchten.

Im Rheinischen Kalkrevier

In Verbindung mit  den Rheinischen Kalksteinwerken in Wülfrath und den Rheinisch-Westfälischen Kalkwerken, heute zu Rheinkalk zusammengeschlossen, neuerdings zur Lhoist gehörend, baut Oetelshofen hier in einer der größten Kalkstein-Lagerstätten Europas Kalkstein ab. Von weißem Feinkalk bis zum riesigen Kalksteinbrocken kann Firma Oetelshofen alles liefern was das Herz begehrt. Egal ob gebrannt oder ungebrannt, feingekörnt oder grobkörnig, für Straßenbau oder Gießerei. Oder für die Zuckerindustrie. Ich nehme an, damit der Zucker schön weiß wird.

Die Kalkwerke Oetelshofen bieten uns die Gelegenheit, ihren Steinbruch intensiv kennenzulernen. Aus Sicherheitsgründen außerhalb des normalen Betriebes, damit niemandem eine Felswand auf den Kopf falle. Uns waren die fehlenden Aktivitäten im Steinbruch sehr recht, denn so konnten wir uns sehr frei bewegen. Im Rahmen des Raumes, den unser Führer uns zubilligte.

Vom Treffpunkt am Tor zur Sohle des Steinbruchs

Unser Treffpunkt am Tor der Kalkwerke stimmte uns mit einer Gruppe großer Kalksilos für die LKW-Verladung schon gut auf das Thema ein. Wir konnten die Siloanlagen intensiv studieren, dauerte es doch eine redliche Zeit, bis der Große Führer, der Abkommandierte der Geschäftsleitung, uns empfing, abkassierte und ins Gelände zu führen begann. An den Silos vorbei. Über Schotterstraßen. Durch eine LKW-Waschanlage. Immer bergauf, dem Himmel entgegen.

Mit dem Wetter hatten wir Glück, die Sonne brannte – so gut wie gar nicht. Nein, Anfangs hatten wir Nebel  und fragten uns, ob man überhaupt bis runter zur 7. Sohle würde blicken können. Also widmeten wir unsere Aufmerksamkeit den oben am Rande des Steinbruches befindlichen Anlagen und Schotterhalden.

Doch mit fortschreitender Zeit lichtete sich der Himmel. Der Blick vom Rand in den eigentlichen Steinbruch ließ Hoffnung aufkeimen. Man konnte den Boden sehen.

Unser Führer führte unsere Kolonne aus etwa vier vollbesetzten PKWs nun über die Rampen zwischen Wand und Loch, auf denen während laufender Schicht die Großlaster die Gesteinsbrocken zum Backenbrecher brachten. Diese Backenbrecher, die die ganz dicken Brocken knacken, sind robuste Biester. In der Praxis kommt es durchaus vor, dass sich so ein Backenbrecher überfrisst. Will sagen, der Brocken ist vielleicht doch mal etwas zu dick. Was tun in einem solchen Falle? Der Zahnarzt mit dem Bohrer löst die Probleme nicht! Nein, mit einem gehörigen Knall wird der Brocken im Brechermaul pyrotechnisch zerlegt. Man sagt auch: gesprengt. Dann kaut er fröhlich weiter, bis alles verdaut und auf nachfolgende Transportorgane übergeben ist.  Aber – wie gesagt – heute war ja kein Betrieb.

Auf der Sohle des Steinbruches konnten wir uns zwischen einigen Brocken tummeln, Blümchen knipsen und Steine sammeln.  Oder auch die Gesteinswände bewundern.

Bagger waren zu finden, die die LKWs beluden. Es gab einen See, in dem sich Sickerwasser sammelte, das mit Rohren nach oben gepumpt wurde. Und der Steinbruch war ganz schön tief. Haltet Euch fern von den Ansaugrohren der Pumpen!!

Von nun an geht’s bergauf

Nachdem von uns alles Interessante mehrmals abgelichtet war, trommelte der Führer zum Aufbruch und verlegte unseren Trupp ein paar Etagen nach oben, wo auf einem Absatz in einer großzügigen Kurve aufgelassene Silos, Reste von Förderbändern und Ähnliches ihr Restleben aushauchten. Dieser Standorte erlaubte vielfältige Ansichten von Steilwänden sowohl nach oben als nach unten als auch Blicke auf die andere Seite des Steinbruches. Wieder wurden „einige Meter Film belichtet“. Ach so, stimmt ja gar nicht. Aber so mancher Speicherchip bekam rote Backen vom vielen Rackern.

Auf geht’s und weiter hinauf, hinter jeder Kurve zeigen sich tolle Ausblicke. Ich möchte so gerne noch schauen, aber der Wagen der rollt! Wir nähern uns dem Wagenlager. Also der Stelle, an der die riesigen LKWs ordentlich aufgestellt ihre Wochenendruhe halten. Donnerwetter sind das Brocken. Ich hatte schon einmal solche Dinger gesehen, vor vielen Jahren. Das waren dann wohl auch kleinere Steinbrüche. Denn die Laster hier hatten Reifen von Übermannsgröße. Profile von einigen Zentimetern Tiefe, 525PS bei 2.000Upm, Gesamtgewicht bis zu 69t, Ladevolumen bis 27m³, kann man den zugehörigen Prospekten der Firma Komatsu entnehmen. Benzinverbrauch? Hat der bestimmt auch. Bin ich ganz sicher!! 

Und von den Dingern ist hier eine ganze Reihe aufgestellt.  Wir tummeln uns noch einige Zeit auf dem Stellplatz, beklettern die Einstiege, bewundern die schiere Größe.

Und wir fürchten uns  davor, selbst mit so einem Riesen auf den dann doch recht schmalen Fahrwegen zwischen Wand und Abgrund unterwegs sein zu müssen.

Zurück zum Werkstor und ab nach Hause

Auf dem Rückweg steht uns noch die LKW-Waschanlage bevor. Mit einem Spaß, wie ihn kleine Kinder haben, freuen wir uns auf die Beduschung unserer Autos. Alles muss hier fein sauber sein, es soll möglichst wenig Dreck (Kalkstaub und was sonst noch so an den Fahrzeug anhaftet) mit auf die Straße geschleppt werden. Und so rauschen wir denn im Auto in eine Art Tunnel aus Wasserstrahlen und Wasserbögen. Verdammt! Fenster nicht zugemacht! Nu aber schnell!

Unten am Eingang, neben der Siloanlage für Feinkalk, sammelt sich der Autokorso und verteilt die Insassen gleichmäßig auf die verbliebenen, hier wartenden Fahrzeuge der anderen Clubmitglieder. Und nicht, dass mir jetzt der Trennungsschmerz Raum greift!!

Auf Buabn und Maderln, hoam geht’s.

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