Fotografische Tagesfahrt in die Optik-Stadt Wetzlar

Mythos und Geschichte einer Kamera trifft auf Historie und Moderne einer Stadt

Nach langer Corona-Pause führte uns die erste Tagesfahrt des Fotoclubs 2022 im März in die Optik-Stadt Wetzlar.

Wetzlar hat eine lange Tradition in der optischen Industrie. Der bekannteste Name für alle Fotofreunde ist Leica der Firma Leitz, die auch der erste Anlaufpunkt für unsere 17-köpfige Gruppe an diesem sonnigen Frühlingstag ist. Später wird uns unser Bus auch in die mittelalterliche Altstadt von Wetzlar mit den typischen roten Fachwerkhäusern bringen.

Mythos Leica

Doch zuerst folgen wir dem Mythos Leica. Der Name leitet sich vom Gründer Ernst Leitz ab (Leitz-Camera), der das „Optische Institut“ in Wetzlar übernahm und 1869 unter seinem Namen weiterführte. Auf einem ehemaligen Militärgelände am Stadtrand entstand etwa 150 Jahre später, von 2010 bis 2014, der Leitz-Park als neuer Firmensitz und Produktionsstandort. Verschiedene Gebäude in einer klaren Architektur prägen den Campus, darunter das Ernst-Leitz-Museum mit dem Leica-Shop, die Leica-Welt mit der Manufaktur und dem Leitz-Galerie, das Leitz-Café und verschiedene weitere Gebäude des Konzerns und anderer optischen Firmen.

Früh angekommen hatten wir Zeit den Campus zu erkunden und bereits viele Motive zu entdecken. In einer ausgiebigen Führung wurden uns dann Geschichte und Mythos der Leica nahegebracht. In der Leica-Welt bekommt man einen anschaulichen Einblick in die Ursprünge der Kleinbildfotografie. Der Leitz-Entwickler Oskar Barnack experimentierte Anfang des 20. Jahrhunderts an einer Kamera, die 35mm-Kinofilm verwendete, der beidseitig gelocht war. Er entschied sich für das doppelte Kinoformat und so entstand das Kleinbildformat von 24mm x 36mm, was wir heute als “Vollformat” bezeichnen. 1925 wurde damit die erste Leitz-Kamera als „Leica“ auf den Markt gebracht und revolutionierte die Fotografie, die bisher auf Platten und Rollfilm angewiesen war und große Kameras benötigte.

Mit der handlichen Leica wurde u.a. die Grundlage für Street- und Dokumentarfotografie geschaffen. Daher finden sich auch viele legendäre Fotografen und Fotografinnen unter den frühen Nutzern, wie Henri Cartier-Bresson, René Burri, Inge Morath und Elliott Erwitt. In der Galerie „36 aus 100“, 36 Fotos aus 100 Jahren, begegnen uns daher auch viele ikonische Fotografien, wie das Portrait Che Guevaras von Alberto Korda, die alle mit einer Leica aufgenommen wurden.

Die Ausstellung

In der Ausstellung werden dazu Leica-Kameras gezeigt, die für die Entwicklung wichtig waren oder mit einer besonderen Geschichte verbunden sind, darunter eine Replik der Urleica. Das Original bleibt bei Leitz im Tresor. Unser Führer hatte viele Hintergründe und Anekdoten zur Geschichte, den Exponaten und der Fertigung. Mit der Führung konnten wir einen Blick in die Manufaktur mit der Schleiferei der Linsen werfen und auch in die Fertigung der Kameras und der Sportoptiken, die ebenfalls hier produziert werden. Viel war leider nicht zu sehen, da wir am Wochenende dort waren und natürlich nicht gearbeitet wurde.

Ob Mythos und Qualität der Marke mit den aktuellen Preisen der Kameras schritthalten, muss jeder für sich entscheiden. Über die Qualität von Kaffee und Kuchen im Café Leitz konnten wir uns nach der Führung selbst überzeugen, die Resonanz war durchweg positiv.

Die restliche Zeit vor Ort wurde genutzt, um den Campus weiter zu erkunden. Im Ernst-Leitz-Museum konnte man noch mehr über die Historie erfahren und dazu in experimentellen Aufbauten einiges über die Grundlagen der Fotografie wie Spiegelungen, Farbtemperatur oder Bewegung.

Allen Fotobegeisterten kann man einen Besuch in der Leica-Welt jedenfalls empfehlen, auch als Zwischenstopp auf dem Weg nach Süden, so ist der Campus von der A 45 schnell erreicht.

Die historische Altstadt von Wetzlar

Für unsere Gruppe ging die Tagesreise am Nachmittag noch in die Altstadt von Wetzlar, mit dem Bus in nur wenigen Minuten. Fotografisch bieten die mittelalterlichen Fachwerkhäuser einen schönen Kontrast zu der modernen Architektur vom Vormittag. Das Thema Optik und Fotografie findet sich auch hier überall. Optische Installationen sind in der Altstadt verteilt und besondere Orte sind markiert, wie der Punkt am Eisenmarkt, an dem eines der ersten Bilder mit der Ur-Leica gemacht wurde.

In kleinen Gruppen erkunden wir die Innenstadt und auch das gastronomische Angebot. Immer noch im Sonnenschein treibt es einige an das Lahnufer, andere in die steilen Gassen der Altstadt und in den Dom.

Ein kühles Getränk im Biergarten an der Lahn, mit Blick auf die alte Lahnbrücke, ist dann perfekt, um sich von Wetzlar zu verabschieden.  Wir steigen wieder in unseren bequemen Bus und fahren im Sonnenuntergang zurück nach Velbert und freuen uns auf die vielen guten Fotos.

Infos zu Besuch:

https://www.leitz-park.com

https://www.wetzlar.de/tourismus/entdecken-und-erleben/index.php

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Wir, VHS Fotoclub Velbert / Heiligenhaus (Vereinssitz: Deutschland), verarbeiten zum Betrieb dieser Website personenbezogene Daten nur im technisch unbedingt notwendigen Umfang. Alle Details dazu in unserer Datenschutzerklärung.
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