Die Tagesfahrt in diesem Jahr führte uns in die Europastadt Aachen.

Die Hauptstadt des Frankenreiches. Die Stadt Karls des Großen. Die Stadt des Karlspreises. Die Stadt der Printen und der Pferde (CHIO). Die Stadt der hohen Ingenieur-Künste (RWTH). All das fällt einem ein…

Und man denkt an das bekannte Stadtzentrum, vom Dom und vom alten Rathaus bestimmt. Und man fragt sich, was es da wohl Neues zu entdecken geben mag.

Aber – Fahren wir doch erst einmal los! Da die Reise nach Aachen nicht so lange dauert, wie die meisten Touren früherer Jahre, war der Start auch nicht zu ganz so früher Stunde. Aus meiner Sicht also knapp nach dem Wecken.

Das Wetter?

So mittel: Keine Sonne, kein Regen, keine Hitze, wenig Kälte. Der Bus machte das wett, er war gut beheizt. Also ging es auf freien Straßen zügig dem Ziel entgegen. Und nach rund 1 ½ Stunden Fahrt stiegen wir wohl behalten fußläufig zum Zentrum in Aachen aus. Nun hatten wir gut 8 Stunden Zeit, Aachen umzukrempeln.

Als grundlegende Richtlinie wurde jetzt erst einmal festgelegt:

  • Treffen zum Mittagessen ist um 13 Uhr am alten Rathaus.
  • Treffen für alle, die wieder mit nach Hause wollen, ist 18:00 Uhr am Bus.

Es bildeten sich verschiedene Gruppen mit unterschiedlichen Zielen. Eines davon, auf das ich mich vorbereitet hatte, war Burtscheid. Aber natürlich musste ich das alte Zentrum auch wiedersehen. So schloss ich mich der Gruppe an, die das als Erstes auf dem Plan hatte.

Meine Frau hat auf ihrem Smartphone eine Wetter-App, die ziemlich zuverlässig war. Sie hatte schon Regen „auf die Sekunde“ genau prognostiziert. Für das Aachener Wochenende sagt sie ganztägigen Regen voraus. So waren wir denn zufrieden, dass der Tag trocken begann. Wenn es auch wärmer hätte sein dürfen. Aber ein frischer Wind sorgte für rote Wangen – allerdings auch für kalte Finger.

Das Rathaus

Aachener Rathaus vom Katschhof aus gesehen

Da kam uns das Rathaus gut zu pass, es war beheizt, nicht allzu überlaufen und verfügte über sanitäre Anlagen. Hatte man am Eingang einen Obolus entrichtet, gab’s das alles „für lau“. In diversen Schulungen hatte ich allerdings gelernt, das heiße „ohne Berechnung“. Klar, kostenlos war es nicht. Reinigungspersonal, Wassergeld, Kosten für Abwasser musste die Stadt Aachen schon zahlen. Aber wir eben nicht. Deshalb nicht „kostenlos“ sondern „ohne Berechnung“. Oh, da habe ich doch glatt den Eintritt vergessen. War aber fast geschenkt. Wenn man das Geld nicht rechnete.

Das Aachener Rathaus zeichnete sich durch einige für Fotografen interessante Motive aus. Und durch schlechtes Licht. Es dauerte einige Zeit bis ich mit dem Licht Frieden „Logo“ Karls des Großen Aachener Rathaus vom Katschhof ausgesehen schloss und eine geeignete Einstellung dazu fand. Am Ende habe ich dann aber fast alle Aufnahmen weggeschmissen. Anfänger-Schicksal. Oder vielleicht doch nur schlechte Vorbereitung? Na klar. Um mein Image zu retten!

Draußen war es dann doch heller und es gab auch passendes Motivmaterial. Es war Markttag. Alle Stände hatten extra für uns eine Vielzahl von Motiven für das Projekt „Still…leben“ arrangiert. Man musste nur beherzt zupacken. Dazu kam, dass die Stadt Aachen sich nicht zu schade war, an allen mehr oder weniger tollen Ecken Skulpturen aufzustellen, teils mit Brunnen, teils ohne. Teils an Wänden der Gebäude, teils einfach so – mitten am Straßenrand.

Gesundheit!

Um in Aachen auch den Thermen gerecht zu werden, besuchten wir natürlich den Elisenbrunnen, dessen Quelle durch eine extravagante Duftnote hervorstach. Kann man trinken – muss man aber nicht! Um einen aktuellen Werbespruch aus der Rundfunkwerbung aufzugreifen. Von, von, von… Na wie hieß die Firma noch? Nein! Hier gibt’s keine Schleichwerbung! Mir geht kein Lichtl auf. Zum Glück ist es jetzt fast 13 Uhr, also nix wie zum Rathaus und dann Essen fassen. Wir wählten einen netten Italiener, gleich um die Ecke gelegen. Der bot nicht nur Macaroni an sondern auch Pizze, Salate und andere römische Leckereien.

Dem Essen wurde der gebührende Raum gewidmet, saß man doch hell und warm und konnte nette Gespräche führen. Ob mit dem Nachbarn oder mit der Bedienung, blieb dem Einzelnen überlassen. Die italienische Bedienung bestach durch ihre Deutschkenntnisse. Sie erläuterte uns dazu diverse Details. Und mein Eindruck war, sie habe Deutschland nie verlassen. Warum auch, ist doch schön hier! Nach einem stillen Bäuerchen und einer heißen Tasse Kaffee ging es nun weiter in den Dom. Die Zeit der Gottesdienste und Hochzeiten war vorbei.

Der Hoher Dom zu Aachen

Das Octagon, Keimzelle des Domes

Der Dom wartete, erobert zu werden. Das hatten viele andere allerdings auch festgestellt. Es war brechend voll. Ne, das geht im Dom nun aber wirklich nicht. Nein, gesteckt voll war es! Zum Glück ist der Dom ziemlich hoch und die meisten Menschen waren eben unten. Dem Blick nach oben war also nichts im Wege. Und, das finde ich jedenfalls, der Dom ist beeindruckend. Das alte Octagon, die Keimzelle, und auch diverse Erweiterungen später am und um den Dom führten von außen zu seinem extravaganten Aussehen. Inwendig waren die Mosaiken, Marmorsäulen, einfach alles sehr beeindruckend. Und der Kern des Domes, das Octagon, begonnen um 793 n. Chr., haute mich um, auch wenn ich nicht zum ersten Male hier war. Leider kommt man heutzutage nur im Verlaufe von Führungen in die höheren Etagen. Und dazu reichte die Zeit dann leider nicht mehr.

Unser weiterer Weg führte noch zu einigen Brunnen und Skulpturen sowie abschließend zum Café Mohren. Wer wollte, konnte hier noch Kuchen bekommen, wenn auch die Kuchentheke schon ziemlich geräubert aussah. Und natürlich gab es auch Kaffee, aus ziemlich großen Tassen.

Stadt gesehen, Bilder gemacht, ab nach Hause!

Glücklich und zufrieden erreichten alle Mitglieder der Clubreise um 18:00 Uhr den Bus. Es hatte sich keiner in Aachen verlaufen. Keiner hatte Lust in Aachen zu bleiben. Alle wollten nach Hause.

Und das erreichte die ganze Truppe dann auch nach einer Busfahrt von wiederum rund 1,5 Stunden.